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Klettern

Was bedeutet Klettern eigentlich?

Mit Klettern bezeichnet man allgemein die Fortbewegung an mehr oder weniger senkrechten Objekten, unter Zuhilfenahme aller Extremitäten (bei uns Menschen also mit Händen und Füßen). Geklettert werden kann Beispielsweise an Leitern, Bäumen, Felsen, Gebäuden, Laternen, Türrahmen, usw.

Klettern heutzutage

Heutzutage wird Klettern hauptsächlich aus sportlichen oder beruflichen Gründen praktiziert, wobei sich verschiedene "Arten des Kletterns" entwickelt haben. Auf "nicht-loslassen.de" geht es jedoch in erster Linie um das Klettern als Sport.
Um die sportliche Leistung vergleichen zu können, haben sich außerdem verschiedene "Begehungsstile" und "Bewertungsskalen" etabliert.

Der Reiz des Kletterns

Um seine persönliche Höchstleistung zu erreichen, muß ein Kletterer seine körperlichen, geistigen und psychischen Fähigkeiten in ein perfektes Zusammenspiel bringen. Bekommt ein Kletterer beispielsweise seine Angst nicht unter Kontrolle, wird er auch mit der größten Kraft und der besten Technik nicht weiterkommen. Die Angst perfekt kontrollieren zu können reicht aber alleine auch nicht aus, wenn es darum geht, kleine Leisten festzukrallen. Und Technik alleine hilft auch nicht viel, wenn man durchs Dach hangeln muß.
Um einen hohen Leistungsstand zu erreichen ist es also wichtig, auf allen 3 Gebieten fit zu sein. Das macht das Klettern einerseits zu einem sehr komplexen, andererseits aber auch zu einem sehr reizvollen Sport.

Arten des Kletterns

Mit der Zeit haben sich verschiedene "Arten" oder "Spielformen" des Kletterns etabliert. Die heutzutage meist praktizierten werden im Folgenden vorgestellt:

Sportklettern

Beim Sportklettern geht es nicht um das Erreichen eines Gipfels, sondern um die sportliche Herausforderung, einen bestimmten Abschnitt eines Felsens oder einer Kunstwand mit einem bestimmten "Begehungsstil" zu klettern. Neben den schon länger existierenden nationalen und internationalen Wettkämpfen gibt es mittlerweile sogar Bemühungen, daß Sportklettern eine olympische Disziplin wird.

Alpinklettern

Alpinklettern bezeichnet das Klettern, mit dem Ziel, den Gipfel eines Berges zu erreichen. Da hierbei meist sehr lange Strecken zurückgelegt werden und viel Zeit auf dem Berg verbracht wird, ist auch mehr Ausrüstung und Verpflegung zu transportieren als beim Sportklettern.

Bouldern

"Bouldern" nennt sich das Klettern ohne Seil in Absprunghöhe. Der Begriff "Bouldern" kommt vom englischen Wort "Boulder" und bedeutet "Felsblock". Die Anfänge des Boulderns reichen bis ins Ende des 19. Jahrhunderts zurück. Aber erst seit den 90er Jahren wird das Bouldern mehr und mehr zu einem "Massensport". In Kletter- bzw. Boulderhallen werden die Sturzzonen mit Weichbodenmatten abgesichert. Draußen behilft man sich mit sogenannten "Crash-Pads". Außerdem erhöht gegenseitiges "Spotten" die Sicherheit. Hierbei wird der Stürzende vom Spotter soweit aufgerichtet, daß er mit den Füßen zuerst aufkommt und somit seinen Schwung abfangen kann ohne sich zu verletzen.

Speedclimbing

Beim "Speedclimbing" geht es, wie der Name schon sagt, um Geschwindigkeit. Normalerweise wird zeitgleich "gegeneinander" geklettert. Hierzu werden zwei möglichst ähnlich schwere Routen nebeneinander benötigt. Da dies am Fels eher selten zu finden ist, findet Speedclimbing meist an Kunstwänden statt. Beide Kletterer klettern jeweils beide Routen. Danach werden die Zeiten, die ein Kletterer für beide Routen benötigt hat addiert. Wer auf die kürzeste Zeit kommt hat gewonnen.

Buildering / Gebäudeklettern

"Buildering" bezeichnet (wie der Name schon verrät) das Klettern an Gebäuden und anderen künstlichen Bauwerken, wie zum Beispiel Brücken. Es gibt allerdings nur wenige Orte, an denen dieses legal möglich ist.

Industrieklettern

Industriekletterer sind berufliche Kletterer, die eingesetzt werden, wenn ein Arbeitsplatz nicht auf anderem Wege erreicht werden kann. Meist handelt es sich um Wartungs- und Instandhaltungs- bzw. Reparaturarbeiten.

Begehungsstile

Selbstverständlich ist jedem Kletterer selbst überlassen, wann er eine Route für sich als "geklettert" bezeichnet. Um jedoch die Kletterleistung verschiedener Kletterer besser vergleichen zu können, haben sich mit der Zeit verschiedene Begehungsstile etabliert. Die wichtigsten von ihnen sind "Rotpunkt", "Flash" und "Onsight", welche alle im "Vorstieg" geklettert werden. "Toprope"-Klettern wird hauptsächlich zum "Ausbouldern" schwerer Routen oder von Anfängern praktiziert.

Rotpunkt

"Rotpunkt" bezeichnet die sturzfreie Vorstiegs-Begehung einer Route, ohne die "Sicherungskette" (Seil, Exen, Haken, etc.) zu belasten. Hierbei spielt es keine Rolle, wie gut der Kletterer die Route kennt. Auch nach unzähligen missglückten Versuchen ist noch eine Rotpunkt-Begehung möglich.

Flash

"Flash" bezeichnet eine Rotpunkt-Begehung einer Route im ersten Versuch. Hierbei darf anderen Kletterern vorher zugeschaut und nach Tips gefragt werden. Das Probeklettern einzelner Stellen ist jedoch nicht zulässig.

On sight

"On sight" ist die Königsdisziplin beim Klettern und bezeichnet eine Flash-Begehung einer absolut unbekannten Route. Hierbei darf der Kletterer die Route vorher ausschließlich vom Boden aus anschauen. Ein vorheriges Begutachten z.B. durch Abseilen oder das Zuschauen bei anderen Kletterern ist genausowenig erlaubt, wie das Einholen von Tips oder Hinweisen zu der Route.

Schwierigkeitsskalen / Bewertungsskalen beim Klettern

Um die Schwierigkeit einer Kletterroute bewerten zu können, haben sich in den verschiedenen Gebieten viele unterschiedliche Bewertungsskalen entwickelt. Beim Sportklettern haben sich vor allem die französische Skala und die UIAA-Skala durchgesetzt. Beim Bouldern wird hauptsächlich die Fb-Skala (Fontainebleau-Skala) genutzt.
Weitere Schwierigkeitsskalen sind zum Beispiel: Sierra (USA), British (UK), Australien, Sächsisch (Elbsandstein), Finnland, Brasilien.

Der Vergleich zwischen verschiedenen Schwierigkeitsskalen ist genauso subjektiv wie die Schwierigkeitsbewertung von Routen überhaupt. Deshalb kann auch die folgende Vergleichstabelle nur ein Anhaltspunkt und keine feste Regel sein. Andere Vergleichstabellen z.B. in Kletterführern oder das eigene Empfinden der Schwierigkeit können abweichen.

Französisch UIAA
(Zentraleuropa)
Fb-Skala
1 I  
2 II  
3 III 2
4 IV 3
5a V-  
5b V 4a
  V+  
5c VI-  
6a VI 4b
6a+ VI+  
6b VII-  
6b+ VII 4c
6c VII+ 5a
6c+ VII+/VIII-  
7a VIII- 5b
7a+ VIII 5c
7b VIII+/IX- 6a
7b+ IX- 6b
7c IX 6c
7c+ IX+ 7a
8a IX+/X- 7a+
    7b
8a+ X- 7b+
    7c
8b X 7c+
8b+ X+ 8a
8c X+/XI- 8a+
8c+ XI- 8b
9a XI 8b+
    8c
9a+ XI+ 8c+
9b XI+/XII-  
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